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Lavasee des Erta Ale, 5.12.2002

 

Nachdem der Versuch auf dem Landweg zum Erta Ale zu kommen durch die nicht ganz so freundlichen Afars etwa 50 km vor dem Erta Ale in Afdera  gestoppt wurde, funktionierte die Zusammenarbeit mit dem äthiopischen Militär deutlich besser, und so erreichten wir am Morgen des 2.Dezember 2002 im zweiten Anlauf mit einem ebenso lauten wie alt wirkenden Hubschrauber russischer Bauart von Makale aus sicher den Krater.

 

        

 

 

 

 

 

 

 

 

Blick vom äußeren Kraterrand                 

02.12.: Unter dröhnendem Lärm, begleitet von heftigen Vibrationen nähert sich der vollbepackte Heli unserem Ziel, dem Erta Ale.  Nach etwa 35 Minuten Flugzeit sehen wir durch die Bullaugen auf der rechten Seite plötzlich aus dem Dunst auftauchend einen seicht ansteigenden Hügel über dem eine große Dampfwolke steht. Bis auf Lothar, der unbeeindruckt wirkend, ruhig sein gelbes GPS aus dem Fenster hält, bewegt sich schlagartig jeder zu einem der Bullaugen und streckt seinen Foto gen Vulkan.

Nach etwa 35 Minuten Flugzeit sehen wir durch die Bullaugen auf der rechten Seite plötzlich aus dem Dunst auftauchend einen seicht ansteigenden Hügel über dem eine große Dampfwolke steht. Bis auf Lothar, der unbeeindruckt wirkend, ruhig sein gelbes GPS aus dem Fenster hält, bewegt sich schlagartig jeder zu einem der Bullaugen und richtet seinen Foto gen Vulkan.

 

Blick aus Heli beim Anflug zum Erta Ale

(von Nordwesten, 02.12.2002)

 

 Auch ich versuche abwechselnd Foto und Videokamera zu bedienen, bei der Schnelle der Annäherung wird das aber nichts und später wird sich zeigen, dass sowohl Fotos als auch aufgenommene Videos des Anflugs die veranstaltete Hektik kaum wert waren.

Sicher landen wir inmitten der  furchtbar nach Schwefel stinkenden Wolke des großen Nordkraters  und nach raschem Ausladen und Rückflug des Hubschraubers wandelt sich der Lärm der letzten halben Stunde in eine wunderbare Stille, die nur vom Rauschen des brodelnden Lavasees unterbrochen wird. Erste Augen haben den Lavasee schon durch die Bullaugen des Helis aus der Luft gesehen und berichten von einem rot glühenden Topf. So müssen wir natürlich alle so schnell wie möglich den ca. 160x130 Meter großen und etwa 80 Meter tiefen  Krater mit seinem kochenden Lavasee mit eigenen Augen sehen. Unmittelbar nach dem Ausladen des Helis  machen wir uns auf die Socken und stehen kurz darauf fasziniert vom Eindruck des in etwa 80 Meter Tiefe  vor sich hin brodelnden Lavasees am Kraterrand.

Blick auf Lavasee von Abseilstelle    

Eine an einigen Stellen brodelnde, mit zahlreichen roten Risse durchzogene, oberflächlich leicht erkaltete und somit dunkle aber dennoch rot leuchtende Masse liegt rauschend  und blubbernd unter uns. Schwarze Platten bewegen sich an der Oberfläche des Lavatopfs gen Rand  und werden dort unter Zischen und höllisch rotem Leuchen wieder in die Tiefe gezogen während an anderen Stellen rot glühende Lava die schwarze Oberfläche durchbricht und bis zu 15 Meter in die Höhe schießt. Es ist, als ob man am Eingang zur Hölle steht und jeden Augenblick der Teufel persönlich in Erscheinung treten kann.

Der Teufel lässt aber auf sich warten und so machen wir uns auf, den kleinen Krater zu umrunden um den Lavasee gleich einmal aus allen Perspektiven zu bewundern. Recht schnell kommen uns schnell erste Bedenken über den Zustand der etwas bröselig wirkenden, etwa 80 Meter senkrecht zum See hin abfallenden Kante.

Wir sind zwar relativ vorsichtig, aber  dennoch ist manchmal die Kombination aus Faszination und Neugier  größer als Angst und Vernunft zusammen und wir nähern uns bei unserem ersten Rundgang gelegentlich sehr Nahe der Abbruchkante. Chris, der als unser Reiseleiter aber schon über reichlich Vulkanerfahrung verfügt bremst unseren Enthusiasmus durch Hinweise auf die Gefahren des teilweise sehr rissigen Gesteins.

Nach einem ersten etwa einstündigen Rundgang um den  Krater gehen wir dann wieder zu unserem Gepäck, zurück und treffen auf einen ebenso fleißigen wie verschwenderischen Koch, der Frühstück für über 20 Personen zubereitete und dabei fast einen der 28 Wasserkanister verbrauchte. Wir erklären ihm, dass unsere Essens- und Wasser-vorräte nicht nur für einen Tag sondern für fast eine Woche gedacht sind was er mit verständnisvollem Lächeln und "YesYes" abnickt.  Im Glaube er hätte unser Botschaft verstanden beginnen wir damit uns einen geeigneten Platz fürs Camp zu suchen um uns für die nächsten Tage einzurichten.

Panoramaufnahmevon Abseilstelle aus

Nachdem der erste Platz wegen reichlich Peles Haar (eine Art Steinwolle) in allen Ritzen von Chris verworfen wird,  finden wir alsbald einen geeigneten Platz zum Schlafen, an dem wir zwischen zwei abgestürzten Felsbrocken auch unsere Planen so aufspannen können, dass wir ein wenig Schatten finden.

Wir, das sind diesmal leider nur fast alle, beginnen nun bei deutlich über 35 Grad aber glücklicherweise einigen schattenspendenden Wolken unsere Ausrüstung und Vorräte vom Landeplatz zum Camp zu tragen und richten nach mehrmaligen Schleppgängen unser Camp ein. Währenddessen errichten 2 Teilnehmer etwa 100 Meter ostwärts von unserm Lager ihr alternatives Ostcamp, ziehen zu ersten Erkundungen los und sehen zu, wie die nicht gerade leichten 20 Liter Kanister wie auch sonstige Ausrüstung quasi von selbst, zumindest ohne deren Zutun, in Richtung Camp wandern.

Während wir  uns vom Landeplatz entfernten und arbeiteten hat unser fleißiger Koch inzwischen begonnen, mit großzügigem Wasserverbrauch Geschirr zu waschen und für eine Kompanie ausgehungerter Männer Spaghetti zu kochen und so gab es dann gegen halb zwölf bereits jede Menge Spaghetti mit Tomatensoße. Wir sahen unsere Vorräte schon dahinschwinden und  erklärten den Koch erneut die Problematik was dieser erneut mit freundlich Kopf nickendem "YesYes" zu Kenntnis nahm und erneut sollte sich zeigen dass ein  "YesYes" aus dem Mund unseres Kochs nicht unbedingt mit dem deutschen Ausdruck "Ja, ich habe verstanden" gleichzusetzen ist.

Mein Zelt

Unser Westlager

Ich mit Mohammeds Wumme

Nachdem die erste Arbeit getan ist und wir unser Camp eingerichtet haben gönnen wir uns ein wenig Ruhe im selbst geschaffenen Schatten unserer Planen bevor wir uns gegen 15 Uhr aufteilen um eine geeignete Abseilstelle zum Lavasee sowie einen Weg für einen hoffentlich nicht notwendigen Notausstieg aus der Caldera zu erkunden. Ich schließe mich der  Erkundung des Notausstiegs an der dann auch schnell gefunden ist und wir steigen hinauf zum äußeren Kraterrand und genießen den fantastischen Blick über die Danakil mit zahlreichen Vulkanen und Lavafeldern.

Um etwa halb sechs, rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung gehen wir dann hoch zum Pit um von der Kraterkante aus der brodelnden Aktivität des Lavasees zuzusehen, dessen Leuchten mit zunehmender Dunkelheit eine fast magische Anziehung auf uns ausübt. Wir alle sind begeistert vom Bild dieses im Dunkel rot leuchtenden Lochs, sitzen wie gebannt am Kraterrand und beobachten die Verschiebungen der leicht erkalteten Oberfläche die häufig von durch Entgasungen verursachten mehr oder weniger großen Lavafontainen unterbrochen werden.

 

Späte Dämmerung gegen18 Uhr

Als wir gegen acht Uhr wieder ins Camp zurückkehren um die vom Mittag übrigen Spaghetti zu verzehren müssen wir feststellen, dass unser Koch erneut aktiv war und uns zusätzlich Suppe bereitete. In Sorge um unsere Vorräte beschließen wir, dem Koch sämtliche Lebensmittelvorräte aus der Hand zu nehmen und fortan  bekam er nur noch die zu verarbeitende Ration direkt von uns zugeteilt.  So ist nun sichergestellt , dass wir auch am letzten Tag noch zu Essen und Trinken haben und diese Maßnahme sollte sich so auch bewähren und uns die notwendigen Lebensmittel bis zum Schluss erhalten..

Todmüde gehe ich gegen 20 Uhr ins Bett während die anderen den Abend noch etwas länger ausklingen lassen. Bereits im Halbschlaf wundere ich mich noch über seltsame Gerüche die ich aus meinem Rucksack vermute ohne die tatsächliche Situation zu realisieren. Der Wind hat gedreht und die Schwefelwolke des Lavasees bewegt sich kurzzeitig über unser Camp, was mir aber erst am nächsten morgen erst erzählt wird und sich besonders eindrucksvoll am ehemals glänzenden und nun mattbraun schimmernden Lauf der Kalaschnikow unseres Afar Polizisten zeigt. Nun hat unser Bewacher auch eine Beschäftigung und am Ende unseres Aufenthalts erstrahlt das Gewehr nach stundenlanger Pflege wieder im ursprünglichem Glanz.

03.12.: Um sechs stehen wir mit einsetzender Dämmerung auf und weil die morgendliche Körperpflege mangels Wasser eher spärlich ausfällt sind wir kurz darauf oben am Krater. Wieder genießen wir die unheimliche Szenerie, filmen und fotografieren den Lavasee aus allen Positionen in tausendfacher Ausführung. Gegen 9 gibt's dann Omelette zum Frühstück und danach machen wir uns auf, unserer Abseilstelle aufzubauen. Langsam aber sicher bohrt sich der Handbohrer in das Lavagestein, Metallstangen werden in die Löcher zementiert, Haken und Ösen verschraubt und die Seilvorrichtungen werden ausgelegt. Nach etwa 3 Stunden harter Arbeit bei bis zu 40 Grad wartet unsere Abseilvorrichtung dann darauf  uns in den Krater zu befördern, dazu müssen aber die Verklebungen der Metallstangen noch etwas aushärten. Ich laufe mit Chris und Manfred zum stark dampfenden Nordkrater und an die nordöstliche Außenkante des Bergs die einen guten Blick über die Danakil bis hin zum Afdera See bietet. Glücklicherweise habe ich meine Gasmaske stets dabei, denn die wechselnden Winde treiben die übel riechende Wolke des großen Nordkraters öfters als uns lieb ist an unsere Nasen heran.

Nordkrater, Blick von Nordwest, 03.12.2002

Gegen ein Uhr kehren wir dann durstig zum Camp zurück wo uns ein leckeres Popcorn-Mittagessen bereits erwartet Wir verbringen die heiße Mittagszeit faul im Lager und geben unseren Filmern Marc und Danni mehr oder weniger bereitwillig die gewünschten Interviews.  Die Hitze ermattet uns, dennoch sehen wir mit Spannung dem ersten Abseilen am heutigen Abend entgegen.

Chris steigt gegen halb fünf Uhr dann als erster in den Krater hinein ab, befestigt die notwendigen Rollen und Halterungen für einen reibungsfreien Seillauf im ebenso rauhen wie bröseligen Fels der Kraterwand und beseitigt gar zu lose Steinbrocken in der Wand. Unten angekommen wird dann zuerst eine Zigarette angezündet und anschließend das innere Plateau vorsichtig erkundet.

Chris seilt als Erster ab (03.12.2002)

Mit Einbruch der Dämmerung ziehen wir Chris dann wieder hoch, lauschen seinen Eindrücken und beobachten noch bis  etwa sieben die sich ständig in Bewegung befindende Oberfläche des Lavasees.

Wie schon am Vortag gibt es auch heute gegen halb acht Abendessen, diesmal Kartoffeln mit Tomatensoße doch meine nach wie vor zu starke Darmaktivität sowie die über 6 Liter heute zu mir genommenes Wasser bremsen meinen Appetit gehörig und ich kann muss mich zwingen eine Kleinigkeit in mich reinzustopfen.  Nach ein wenig Gin zum als Flüssignachtisch falle ich gegen neun Uhr hundemüde in mein Zelt bekomme von den kleinen nächtlichen Erdbeben erst durch Erzählungen am nächsten Morgen mit.

04.12.: Bereits um 545 Uhr werden wir geweckt und sind kurz darauf um in der Dämmerungsphase zu filmen und das Abseilen in den Krater hinein vorzubereiten. Zuerst geht Chris, dann Marc und als Marc gegen 9 dann hochkommt mache ich mich fertig um abzusteigen. Kamera und Foto herrichten, Klettergurt anziehen, Gasmaske einsatzbereit um den Hals hängen und zuletzt noch den gelben Bauarbeiterhelm auf den Kopf, anschnallen und ab geht's. Ruckzuck bin ich unten und werde von Chris empfangen und auf dem Plateau geführt.

GESCHAFFT!!!!

Mit dem Betreten des inneren Plateaus habe ich mein für mich definiertes Expeditionsziel voll erreicht !!

Innenansicht des Kraters, 4.12.2002

Gesichert gehe ich an die Kante zum See. In nur etwa 40 Meter vertikaler Entfernung zur kochenden Lava stehe ich an der Kante und schaue fasziniert nach unten während immer wieder aufsteigende heiße Gasblasen mit orangeroten Lavafontainen in die Höhe steigen und mir eine Hitze entgegenwerfen die jeder Hobbykoch kennt der sich bei Öffnen eines mit Pizza gefüllten Backofens  schon einmal zu stark über die Öffnung gelehnt hat. 

Nach viel zu kurzer Zeit gehe ich wieder  vom Rand zurück. Auf dem Plateau ist die Luft erstaunlich frisch und gut, da die über dem Lavasee aufsteigenden Luftmassen  für einen ausreichenden Frischluftnachschub über das kühlere Plateau sorgen. So gehe ich mit Chris noch ein wenig übers Plateau und zu einer zweiten Stelle an der Schutthalde am rechten Rand Plateaurand und dann geht's auch schon wieder hoch.

Das bin ich  im Krater am Rand zum Lavasee   ( Rainer Albiez )

Schnell anseilen, davor noch kurz einen Lavastein vom Plateau als Erinnerung einpacken, und die Kameraden oben ziehen mich zügig und sicher aus dem Hexenkessel heraus.  Nachdem Chris dann auch noch hochgezogen wird beenden wir die Morgenveranstaltung und gehen gegen zehn Uhr zum Frühstück ins Camp zurück. Diesmal gibt es sogar Pfannkuchen mit Honig, Bananen und Marmelade und heute geht es meinem Bauch wieder besser. Trifft sich gut!

Den Mittag über verbringen wir faul im Camp und ich mit Schlafen und gegen halb vier gehe ich dann zuerst zum Hornito am Pit und sammle ein wenig Schwefel ein. Danach gehe ich dann zur Abseilstelle und mit etwas Verzögerung beginnen wir mit erneutem Abseilen, Marc und Danni gehen diesmal runter und kommen kurz vor Einbruch der Dunkelheit wieder hoch.

Mittagspause im Lager

Wir bleiben noch ein wenig am Kraterrand und beobachten das allabendliche Schauspiel des rot leuchtenden Sees bevor wir wie an den Vortagen gegen halb acht zum Camp zurückkehren. Als Highlight des Abends erleben wir kurz nach sieben eine gewaltigen Steinsturz am Westrand des Kraters. Auf einer Länge von mehreren Metern lösen sich unterhalb der Abbruchkante riesige Steinblöcke und fallen mit sanftem Grummeln in den etwa 80 Meter tiefer gelegenen Lavasee.

Eine große Anzahl riesiger Lavafontainen steigen aud dem ruhig daliegenden See auf und versetzen den Krater kurzzeitig in taghelles orangegelbes Licht, während wir fasziniert versuchen das Schauspiel auf Foto und Video festzuhalten.

       Allabendliches Bild vom Kraterrand aus

Ins Camp zurückgekehrt essen wir dann noch Spaghetti mit Thunfisch und wiederum sehr früh gehe ich um kurz vor neun in mein Zelt um an der Matratze zu lauschen. Sehr starke Winde, zum Glück aus der richtigen Richtung, lasen mich aber etwas unruhig schlafen, denn entweder ich lasse mein Zelt offen und es bläst stark rein oder ich  schließe den Reisverschluss, liege dannunbequem quer drin da ich der Länge nach nicht reinpasse und habe das  ungute Gefühl, dass der Wind das Zelt umwirft. Ich entschließe mich für  "Offenlassen" und überstehe die Nacht so auch ganz gut bis mich Chris am nächsten Morgen gegen 6 Uhr dann weckt.

05.12.: Auch dieser Tag beginnt wieder mit dem morgendlichen Abseilen in den Krater. Diesmal sind Chris, Manfred und Lothar an der Reihe. Der Lavasee verhält sich heute erstaunlich ruhig und lediglich vereinzelte, kleine Bubbles erhellen gelegentlich den heute eher schwarz daliegenden See.

Wir versuchen eine Lavaprobe aus dem See zu holen was aber wegen der mit über 40 Meter zu großen Vertikaldistanz zwischen Plateaukante und Lavasee und  zu wenig Stahlseil leider misslingt. So müssen wir uns mit Proben der noch recht frischen Lava auf dem Plateau begnügen was aber auch kein Problem darstellt da

nach den Erfahrungen einer Expedition im März diesen Jahres  das Plateau nicht älter  als 8 Monate sein kann was geologisch kein bedeutender Zeitraum ist. Das Abseilen und Hochziehen läuft heute zügig und ohne Probleme und gegen halb elf gehen wir wieder zum Camp zurück wo uns wie üblich das Frühstück erwartet. Tee, Kaffee, hartes Brot und Rührei...... 

Wir überbrücken wie auch an den Vortagen die mit fast 40 Grad etwas ermüdende Mittagshitze und freuen uns über den aufkommenden starken Wind, der allerdings unserer Planenkonstruktion arg zusetzt. Hoffentlich hält die Plane noch bis Freitag durch! Nach dem Mittagessen (etwas dicke, Selbstgeschnitzte Pommes mit Ketchup) und machen wir uns am späten Nachmittag auf um erneut den Nordkrater sowie den äußeren Kraterrand zu erkunden.

Überblick vom westlichen äußeren Kraterrand auf aktiven Krater und fumarolen Nordkrater (05.12.2002)

Für unsere Erkundungen haben wir heute etwas mehr Zeit da das abendliche Abseilen in den Krater heute mangels Interesse ausfällt und so marschieren wir erneut  gen äußeren Kraterrand um von dort unser Camp von oben wie auch den in etwa 15 Kilometer Entfernung gelegenen Nachbarvulkan zu betrachten. Dann löst sich die Gruppe auf und ich wandere mit Bernhard und Manfred am  Kraterrand entlang zuerst zu den Fumarolen im Norden und dann bis zum etwa 3 Kilometer entfernten südöstlichen Lavaausfluss. Schöne aber übel riechende Lavatunnel faszinieren uns ebenso wie das in der Umgebung der Fumarolen wachsende Grass, eine der wenigen Zeichen von Leben in dieser ansonsten eher lebensfeindlichen steinig-trockenen Gegend.

Dass Fumarolen dem Gestein teilweise sehr zusetzten darf ich erleben als mich plötzlich einen Meter tiefer, bis zum Schritt im Dreck steckend wieder finde.  Von vulkanischen Gasen ausgehöhlte Steine mit oberflächlicher Erde bedeckt bilden natürliche Fallen für allzu neugierige  Wesen.

Schnell aus dem Loch wieder ausgestiegen wird die Hose notdürftig entstaubt und weiter geht es  am Ostrand des Kraters gen Süden. Brüchige Lavatunnel und schollenartige Steine, erkaltete Zeugen ehemals zähflüssiger Lavaströme behindern unseren Gang deutlich und die Hitze setzt uns darüber hinaus auch etwas zu. Erschwerend kommen noch meine Darmprobleme dazu die mich immer wieder zu kurzfristigen geländemarkierenden Pausen zwingen und so erreichen wir sichtlich geschafft kurz vor Sonnenuntergang  dann wieder unser Camp wo wir uns als erstes der Wasseraufnahme widmen.

Blick vom Erta Ale nach Süden bis Afdera

Gegen 18 Uhr gehen wir dann zum allabendlichen Lavagucken und um acht gibt's dann Abendessen was ich beinahe verschlafe. Todmüde gehe ich um kurz nach sieben vom Krater zurück ins Camp und lege mich kurz zum Ausruhen hin. Als die anderen dann eine halbe Stunde später zum Essen kommen  horche ich schon die Matratze und beantworte schlafend die Frage ob ich noch was essen will mit einem (mehr oder weniger) klaren "Ja", weshalb ich nicht geweckt werde.  Gegen neun Uhr wache ich auf und bemerke verwundert, dass die anderen schon gegessen haben. Ein wenig Reis mit Tomatensoße und Thunfisch esse ich noch und  lege mich gegen zehn wieder hin.

Am nächsten morgen wird von den anderen noch von einem großen, durch die daraus folgende Staubwolke den Himmel erleuchtenden Erdrutsch um halb elf Uhr berichtet, doch zu dieser Zeit höre ich bereits nichts mehr sondern liege tief schlafend in meinem Zelt.

            Langzeitbelichtung ca. 30 Min.

06.12.: Heute ist Nikolaustag doch obwohl meine Stiefel, wie jede Nacht, vor dem Zelt stehen kann ich am Morgen keine Gaben drin finden und nicht mal ein Skorpion hat sich drin verkrochen. Schade!!! Das gibt Punktabzug für unseren Reiseleiter. Gestern Abend haben sich Jens und  Lothar entschlossen nun doch in den Krater absteigen zu wollen und so haben wir volles Programm und Chris weckt uns bereits um 540 Uhr.

Bereits kurz nach sechs gehen Marc und Chris runter um auf dem Plateau ein wenig zu Filmen und im showträchtigen Hitzeschutzanzug so zu tun als sei es extrem heiß auf dem Plateau was es in Wirklichkeit nur direkt an der Kante zum Lavasee ist und selbst dort kann man es aber in normaler Kleidung aber auch gut aushalten Für den Film macht das aber schon was her, so ein aluminiumfarben schimmerndes Ganzkörperkondom.

Auch heute ist der See ziemlich tatenlos und wir ahnen noch nicht s von dem heute bevorstehenden Spektakel, weshalb ich auch sowohl Fotoapparat als auch Videokamera in sicherer Entfernung vom Kraterrand abgelegt habe. Normalerweise habe ich meine Kamera meist bei mir doch in den letzten Tage habe ich bereits mehr gefilmt als ich zuhause in angemessener Zeit bearbeiten kann und so bleibt das Zeug heute weiter hinten liegen und ich beobachte den See in Ruhe ohne ständigen "Finger am Abzug".

Gegen halb acht  vernehmen wir  ein leises Rauschen das sich innerhalb kürzester Zeit in ein tiefes Grollen verwandelt und unsere Blicke auf den gegenüberliegenden Kraterrand richtet, der auf mehr als 10 Meter Breite, etwas 50 Meter Länge und 40 Meter Tiefe abbricht und eine ungeheuer erscheinende Staubwolke bildend in den Lavasee stürzt.

Aufgewühlt durch die massiven, etwa autogroßen Felsbrocken gerät der nun vollständig rot glühend erscheinende Lavasee in bisher noch nie gesehene Bewegungen und die den See einhüllende rot leuchtende Staubwolke steigt wie in einem Kamin im Krater auf und bildet über dem Kraterrand ein riesige ins braune sich verkehrende Wolke.

Ich beobachte fasziniert das durch häufiges "chrchrchr" der vorspulenden Fotos untermalte Schauspiel während mich der nun nicht greifbare Foto zugegebenermaßen schon etwas wurmt. Nach knapp einer Minute ist alles vorbei und die Staubwolke nur noch flüchtig am Horizont erkennbar.

Sichtlich beeindruckt müssen wir uns nach diesem Erlebnis erstmal kurz sammeln, und da wir nun mit weiteren massiven Felsabbrüchen rechnen gehe ich zu meiner Videokamera um diese für weitere Ereignisse griffbereit zu haben. Da habe ich mir nun aber zu viel zeit gelassen, und gerade am Auspacken höre ich etwa 3 Minuten nach dem ersten Felssturz ein erneutes Rauschen. Ich laufe zügig zum Kraterrand und kann der Wiederholung des grandiosen Szenarios beiwohnen aber mit Filmen wird's dummerweise wieder nix.

Chris und Marc, die unten im Krater das Spektakel miterleben durften eilen nach dem ersten Absturz flucks zum rechten Plateaurand um den sichtlich aufgewühlten Lavasee für die Nachwelt festzuhalten, doch nach dem zweiten Absturz der dann in ihren unmittelbaren Nähe in den See fällt entscheiden sie sich, rasch wieder nach oben zu kommen und wir bereiten die Seilvorrichtung für den Aufstieg vor.

unten in der Mitte stehen Marc und Chris!

Wie soll es aber auch anders sein???? Als Marc in 3 Meter über dem Boden am Seil hängt rutscht uns das Seil von einer Rolle und während wir hektisch arbeiten um das Problem zu beheben und in etwa 30 Meter Entfernung von unserer Abseilstelle weiter kleinere Felsbrocken  in die Tiefe stürzen hängt Marc hilflos am Seil und kann weder hoch noch runter. Nach Marc sicher ewig erscheinenden 10 Minuten haben wir dann das Problem gelöst und können Marc und anschließend auch Chris sicher nach oben ziehen.

Lothar und Jens, die eigentlich auch noch aufs Plateau runter wollten haben sich in Anbetracht der Ereignisse kurzfristig umentschieden und wir beenden unsere Abseilaktivitäten vorzeitig. Die richtige Entscheidung, denn während wir unsere Gerätschaften zusammenpacken wiederholt sich das Ganze ein drittes Mal.

Diesmal beim Arbeiten an den Seilen überrascht eile ich sofort zur Kante, erwische in meiner Hektik aber den falschen Schalter der Videokamera und es gelingt mir erneut nicht das Schauspiel festzuhalten. Pech gehabt! Irgendwie habe ich nun den Eindruck manche Dinge sollen einfach nicht gelingen.

Sichtlich bewegt von den Ereignissen gehen wir gegen zehn Uhr dann wieder zum Lager zurück und frühstücken die vom Koch lecker zubereiteten Pfannkuchen. Danach beginnen wir mit ersten Aufräumaktionen, tragen leere Wasserkanister zurück zum Helilandeplatz und entsorgen unsere Abfälle indem wir sie in den Lavasee werfen. Während der Mittagshitze verbringen wir die Zeit wieder mit Rumhängen und gegen halb vier starte ich mit Manfred und Bernhard zu einem letzten Spaziergang entlang des äußeren Kraterrands. Danach bauen wir unser Camp weitgehend ab und tragen die Reste an Kanister, Seilen, Planen und sonstigem nicht mehr benötigten Inventar zum Helilandeplatz.

 

Lavaaufnahme mit Zoom 400

Die Zeit relativiert vieles, manchmal sogar recht schnell.  Nach den Steinabbrüchen am Kraterrand erklärten wir vormittags die bisher benutzte Stelle für zu brüchig und gefährlich und beschlossen entweder weiter weg oder an einer anderen, stabileren Stelle zu stehen. Gegen 18 Uhr gehen wir wieder hoch zum Pit um den letzten Abendblick auf den Lavasee zu genießen und schauen uns nach einer neuen, sichereren Beobachtungsstelle um.

Wir finden aber keine Stelle mit annähernd gleichem Ausblick und sicherem Halt und so stehen nach kurzer Zeit der Suche wieder alle vereint an unserer alten Stelle und vergessen beim Blick auf den Lavasee all unsere morgendlichen Bedenken. Der See ist heute Abend auch eher unspektakulär ruhig und die erhofften weiteren Felsabbrüche beleiben aus.

So gehen wir dann gegen halb acht zum Abendessen ins Camp zurück und begnügen uns ein weiteres Mal mit den bereits gewohnten Spaghetti mit Tomatensoße. Dann baue ich noch mein Zelt ab, verpacke meine wenige private Ausrüstung im Rucksack und lege mich gegen halb zehn unter freiem Himmel schlafen. Ist auch kein Problem da die Nächte mit etwa 25 Grad angenehm warm sind und heute auch kein Wind meine Nachtruhe stört.

Das übernimmt aber ein Käfer, der mir über den Arm krabbelt und mich mit ebenso großem Schreck wie heftigem Zucken aufwachen lässt. Nun hellwach auf meiner rosa Matratze liegend folge ich noch Marcs Gutenachtgeschichte, die Daniela von Robotern aus fernen Galaxien erzählt bevor ich bald darauf auch wieder in tiefen Schlaf falle.

7.12.: Unsere letzten Stunden am Erta Ale beginnen und wir stehen bereits um fünf Uhr auf, da wir ab halb sieben mit der Abholung rechnen und unsere letzten Ausrüstungsgegenstände noch zum Heliplatz bringen müssen. Eine Stunde später sind wir dann auch Abreisefertig am Landeplatz und warten, warten, warten.

Einbruchgefahr! Einer von vielen Lavatunnel

Nun meint Chris, dass der Pilotihm sagte, er werde nicht vor halb sieben kommen, ich rechne dann nicht mit einer Abholung vor acht Uhr und gehe ein letztes Mal zum Lavasee und warte filmbereit auf einen abermaligen Felsabsturz, der aber ausbleibt. Ich klettere noch mit Manfred in einen neu entdeckten großen Lavatunnel hinein und beobachte den Lavasee zum Zeitvertreib bis

wir gegen halb neun plötzlich ein entferntes Geräusch vernehmen und auch einen kleinen Punkt am Himmel entdecken können, der sich kurz darauf als unser Hubschrauber entpuppt.

Abflug vom Erta Ale mit äthiopischem Militärhubschrauber MI-17 (07.12.2002)

Bei laufenden Turbinen und entsprechend hohem Lärmpegel verladen wir zügig unsere Ausrüstung, steigen in den Heli. Wieder sitzen wir in der vibrierenden Kiste und verteilen uns an den Bullaugen bzw. der offenen Tür um nochmals einen Blick auf den Berg zu erhaschen. Der Pilot dreht  zwei Extrarunden über den Lavasee und entlang des großen äußeren Kraterrands bevor wir gen Norden von dannen ziehen. Wir fliegen vorbei an kreisrunden Aschekegeln, großen Schichtvulkanen wie auch lang gezogenen Eruptionsspalten die uns eine guten Eindruck über die vulkanische Aktivität in der Danakil vermitteln, sehen Kamelkaravanen im Sand, den Asale See, einen riesigen See inmitten der trockenen Salz- und Steinwüste, und landen für einen kurzen Zwischenstopp an den farbenprächtigen Schwefel-Salz-Terrassen des Dalols.  Für zehn Minuten können wir aussteigen um kurz diese gelb-grün-braun schimmernden Salzfelder anzusehen bevor wir weiterfliegen müssen. In der Hoffnung hierher auf dem Landweg erneut und mit mehr Zeit zurückzukehren steigen wir ein und fliegen in etwa 30 Minuten Flugzeit direkt  zum Flughafen Makale, wo ( welch Wunder!!!) unsere Fahrer bereits auf uns warten.

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Luftbilder während des Rückflugs vom  Erta Ale über Dalol nach Makale

 

 

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