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-Ol Doinyo Lengai-
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Ol Doinyo Lengai, TanzaniaLocation: 2.75S, 35.90E
Mitten im weiten Maasailand, in der trockenen Savanne Nord-Tansanias, erhebt sich wie eine Kathedrale der Vulkan Ol Doinyo Lengai. Ein außergewöhnlicher Stratovulkan (2.751°S / 35.902°E, 2890m), der so genannte "natro-karbonatische" Lava produziert. Sie ist reich an Natriumkarbonat und deshalb extrem dünnflüssig. Ihre Temperatur beträgt im Gegensatz zur über 1000 Grad heißen normalen Lava nur 550°-590° ("kühlste" Lava aller bekannten Vulkane) und glüht nachts matt rot oder orange. Bei Tageslicht ist sie schwarz. Sie verändert Ihre Farbe jedoch durch Luftkontakt schnell wird innerhalb weniger Stunden zuerst grau und dann im Laufe der Zeit weiß. Die verwitterte Lava erschein im trockenen Zustand weiß, bei Nässe jedoch sandbraun. Bei unserer Ankunft am 09.02.2004 trafen wir einen großen Sandkasten an, der sich in den folgenden 5 Tagen unseres Aufenthalts in einen schneeweiße Fläche verwandelte.
1917, 1926, 1940 und 1966-67 wurden am Lengai größere Ascheeruptionen beobachtet. Seit April 1983 tritt permanent Lava aus und hat nach und nach den Gipfelkrater bis zum Rand aufgefüllt. Seit 1998 läuft die Lava an einigen Stellen über den Kraterrand hinweg nach Westen Norden und Osten hin ab. Wir erlebten während unseres Aufenthalts einen brodelnden Lavasee (MPEG, 1MB) am neuen Hornito T49g sowie Lavaausflüsse am T 49g, T49b und am Fuße von T56 (gespeist vom T49g über unterirdischen Abfluss).
Der Gipfelbereich des Berges besteht aus zwei gegensätzlichen Kratern. Während der eine durch Pflanzenbewuchs fast grün ist, gleicht der andere eher einer Mondlandschaft, in der es raucht, brodelt und zischt.
Für die Maasai ist der Ol Doinyo Lengai ein heiliger Berg. Er ist Sitz und Wohnung von "Engai", des einen und einzigen Gottes", der sich als guter schwarzer und als strafender roter Gott manifestiert. Der schwarze, gute Gott steht für Regen, lässt das Gras wachsen (Fruchtbarkeit), der Rote Gott steht für Blitz und Tod (Zerstörung). Engai hat kein Geschlecht, ist ein absolut körperlos. Eine bildliche oder figürliche Darstellung Engais gibt es nicht, eine Sünde würde nach ihrem Glauben der begehen, der es versuchen würde; über ein Aussehen wird auch nicht nachgedacht. Dieser Gott gab ihnen ihre Lebensgrundlage, die Rinder. Bei Dürren, Krankheit und kriegerischen Auseinandersetzungen mit Nachbarstämmen opfern die Maasai am Fuße des mystischen Berges Lämmer und Ziegen und hoffen, Engais Zorn zu besänftigen.
Der Ol Doinyo Lengai ist auch noch für ein weiteres Volk heilig; auf der dem Maasailand abgewandten Seite des Berges, leben die Sonjo, ein im Gegensatz zu den Maasai ackerbautreibendes und damit sesshaftes Volk. In ihrem Bantudialekt nennen sie den Berg Mongongo yo Mugwe, "Berg Gottes". Auf dem Gipfel lebt die Sonnengottheit Khambegen, die für das Wohl der Sonjo sorgt. Sie glauben im Gegensatz zu den Maasai an ein Weltende, das dann eintritt, wenn der Berg explodiert. Zur Großansicht die Bilder einfach doppelklicken
Hier klicken für einen MPEG Film zum Lavasee T49g Ein Video-Film zu dieser Reise sowie Bildabzüge hier bestellt werden. Diese Karte zum aktuellen (feb 2004) Stand am Nordkrater wurde erstellt von Christoph Weber, VEI.
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