-Ol Doinyo Lengai-
 

Home Nach oben Das Lengai-Team 2-2004 Reiseverlauf Facts Tanzania Lake Manyara NP Maasai - Info Trekking Arusha Ngorogoro Ol Doinyo Lengai

 

Sie wollen Bilder/Dateien/Fotoartikel mit meinen Bildern kaufen? hier kommen Sie zu meinem Webshop  You like my pictures and want to buy images or photo products? Click here for my webshop

Home
Nach oben

Ol Doinyo Lengai, Tanzania

Location: 2.75S, 35.90E
Elevation: 9,479 ft.
(2,890m)

Blick von Südosten

Blick von Nordwesten

der meist aktive neue Hornito T49g

 dieser Hornito (T49b) war nur 2mal aktiv

Mitten im weiten Maasailand, in der trockenen Savanne Nord-Tansanias, erhebt sich wie eine Kathedrale der Vulkan Ol Doinyo Lengai. Ein außergewöhnlicher Stratovulkan (2.751°S / 35.902°E, 2890m), der so genannte "natro-karbonatische" Lava produziert. Sie ist reich an Natriumkarbonat und deshalb extrem dünnflüssig. Ihre Temperatur beträgt im Gegensatz zur über 1000 Grad heißen normalen Lava nur 550°-590° ("kühlste" Lava aller bekannten Vulkane) und glüht nachts matt rot oder orange. Bei Tageslicht ist sie schwarz. Sie verändert Ihre Farbe jedoch durch Luftkontakt schnell wird innerhalb weniger Stunden zuerst grau und dann im Laufe der Zeit weiß. Die verwitterte Lava erschein im trockenen Zustand weiß, bei Nässe jedoch sandbraun. Bei unserer Ankunft am 09.02.2004 trafen wir einen großen Sandkasten an, der sich in den folgenden 5 Tagen unseres Aufenthalts in einen schneeweiße Fläche verwandelte.

1917, 1926, 1940 und 1966-67 wurden am Lengai größere Ascheeruptionen beobachtet. Seit April 1983 tritt permanent Lava aus und hat nach und nach den Gipfelkrater bis zum Rand aufgefüllt. Seit 1998 läuft die Lava an einigen Stellen über den Kraterrand hinweg nach Westen Norden und Osten hin ab.

Wir erlebten während unseres Aufenthalts einen brodelnden Lavasee (MPEG, 1MB) am neuen Hornito T49g sowie Lavaausflüsse am T 49g, T49b und am Fuße von T56 (gespeist vom T49g über unterirdischen Abfluss).

Lengai im Februar 2004 (Der abgetrocknete Nordkrater, aufgenommen vom Gipfel)

Lengai im Sommer 1993 Lengai im Sommer 1997

Der Gipfelbereich des Berges besteht aus zwei gegensätzlichen Kratern. Während der eine durch Pflanzenbewuchs fast grün ist, gleicht der andere eher einer Mondlandschaft, in der es raucht, brodelt und zischt.

Blick vom südlichen Kraterrand über den inaktiven Südkrater zum Gipfel (Im Hintergrund: Lake Natron)

Am Fuße des Ol Doinyo Lengai befindet sich der Lake Natron, der "Glutkessel Ost-Afrikas". Selten sinkt hier das Thermometer unter vierzig Grad Celsius. Sodahaltiges Mineral wird mit dem Regen in den See gespült, nur Flamingos, die zweimal im Jahr zum Brüten kommen, scheinen sich hier wohl zu fühlen. Das Seewasser ist für Mensch und Tier ungenießbar, aber die Quellen des Berges sind nicht weit. Sie liefern das einzige Trinkwasser in der glühend heißen Steppe und sichern somit das Überleben der Maasai.

 

Blick vom Camp (im Osten) auf die Hornitos. Nach dem Regen der letzten Tage erscheint die nasse, verwitterte Lava sandfarben.

 

Für die Maasai ist der Ol Doinyo Lengai ein heiliger Berg. Er ist Sitz und Wohnung von "Engai", des einen und einzigen Gottes", der sich als guter schwarzer und als strafender roter Gott manifestiert. Der schwarze, gute Gott steht für Regen, lässt das Gras wachsen (Fruchtbarkeit), der Rote Gott steht für Blitz und Tod (Zerstörung). Engai hat kein Geschlecht, ist ein absolut körperlos. Eine bildliche oder figürliche Darstellung Engais gibt es nicht, eine Sünde würde nach ihrem Glauben der begehen, der es versuchen würde; über ein Aussehen wird auch nicht nachgedacht. Dieser Gott gab ihnen ihre Lebensgrundlage, die Rinder. Bei Dürren, Krankheit und kriegerischen Auseinandersetzungen mit Nachbarstämmen opfern die Maasai am Fuße des mystischen Berges Lämmer und Ziegen und hoffen, Engais Zorn zu besänftigen.

Blick von Norden über den aktiven Nordkrater

In Tänzen, Gesängen und aufwendigen Zeremonien preisen die Maasai ihren Berggott, der ihnen, wenn er gnädig gestimmt ist, häufigen und starken Regen beschert. Er beschützt Menschen und Vieh. Nur er ist ewig, alles andere ist sterblich.

Die Maasai übrigens besteigen den Berg selbst nicht, tolerieren aber, wenn andere es tun. 2.000 Höhenmeter müssen bewältigt werden, bis der im oberen Drittel extrem steile Vulkankegel erreicht ist.

Abstieg über die Westseite, 14.02.2004

Der Ol Doinyo Lengai ist auch noch für ein weiteres Volk heilig; auf der dem Maasailand abgewandten Seite des Berges, leben die Sonjo, ein im Gegensatz zu den Maasai ackerbautreibendes und damit sesshaftes Volk. In ihrem Bantudialekt nennen sie den Berg Mongongo yo Mugwe, "Berg Gottes". Auf dem Gipfel lebt die Sonnengottheit Khambegen, die für das Wohl der Sonjo sorgt. Sie glauben im Gegensatz zu den Maasai an ein Weltende, das dann eintritt, wenn der Berg explodiert.

Zur Großansicht die Bilder einfach doppelklicken

der aktive Komplex ich vor dem aktiven T49g eingestürzter Hornito mit Stalagtitten
Nasse Braunfärbung am ersten Tag Halbweiss am dritten Tag abgetrocknet am vierten Tag

Lavaauswürfe aus T 49g am 13. und 14.02.2004

Hier klicken für einen MPEG Film  zum Lavasee T49g

Ein Video-Film zu dieser Reise sowie Bildabzüge hier bestellt werden.

Diese Karte zum aktuellen (feb 2004) Stand am  Nordkrater wurde erstellt von Christoph Weber, VEI.