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02.02.2008:   

Flug von Frankfurt über Karthoum nach Äddis Abeba. Ankunft um ca 21 Uhr in Addis. Abholung  durch Henok von Originsethiopia und Transfer ins mittelmäßige Silem Hotel im Stadzentrum. Ich warte bis der Rest der Gruppe dann 2 Stunden später mit KLM über Amsterdam eintrifft.  Kurz vor  Mitternacht kommen Martin, Marc, Richard, Thorsten und Patrick dann an. Beim Bier  besprechen wir noch  die nächsten Tage und  gehen dann zügig schlafen

Bezahlen der Tour  vor Abreise im Hotel

Unser Hotel in Addis

   
 

03.02.2008:

Wir stehen gegen 8 Uhr auf. Frühstück, Rucksack packen und Abfahrt gegen 10 Uhr. Heute fahren wir von Addis  bis zum etwa 200 km entfernten Awash Nationalpark. Die Straße von Addis  nach Somalia ist  gut ausgebaut und wir kommen zügig voran. Um  etwa 16 Uhr erreichen wir den Nationalpark der leider ziemlich tierleer ist. Nur wenige Anthilopenarten sehen wir in weiter Entfernung. Wir  zelten dann am Awash Fluß.  Ein paar Krokodile und unzählige Affen  besuchen uns. Zum Glück sind nur die Affen  sehr stark an Nahrungssuche interessiert.

 nicht untypisches Verkehrsmittel auf den Hauptstraßen Basaqa See bei Metahara einer von vielen Vulkankegel ostw. Addis

Kratersee  bei Debre Zeyt ( südöstwärts Addis)

04.02.2008:

Wir stehen gegen  6 Uhr auf und  nach  Frühstück und Affenfotografie  verlassen wir den Zeltplatz.  Wir fahren nochmals zu den  Awash  Wasserfällen, und begegnen einer großen Pavianherde. Nach einem kurzen Fotostop fahren wir weiter durch den Awash NP  zu den heißen Quellen und nach ca 1,5 Std Fahrt erreichen wir  eine ebenso grüne wie feuchte Landschaft mit einem etw 40 Grad warmen Tümpel. Afars baden und waschen sich darin, dennoch ist das Wasser erstaunlich klar.  Wegen horrender Geldforderungen der  Afars , die wir ablehnen, können wir die Gegend sowie die Menschen nur sehr beschränkt  und unbemerkt filmen.

Unser Zeltplatz Awash Wasserfälle Kroko am Zeltplatz

Pavian Blue Monkey ( auf Deutsch Blaueieraffe???)

Wir fahren dann weiter bis Logia , einem  größeren, vom Durchgangsfernverkehr nach Djibouti geprägten Afar Dorf an der Straße nach Djibouti.  Die 320 km  vom Awash NP nach Logia  schaffen wir auf der  meist gut ausgebauten Straße  in ca. 7 Stunden.  In Logia erwartet uns dann ein ausgebuchtes Hotel mit unbeschreiblichen sanitären Anlagen (Ihr habt  Glück dass man Gerüche nicht über das Internet verbreiten kann) und wir übernachten auf Betten  mit Fliegennetzen im Hof. Dank etwa 25 Grad Nachttemperatur ist das Schlafen unter freiem Himmel kein Problem.

halbvoll beladener LKW Geier beim Verspeisen eines Kamels  typischer Querverkehr
 typische Afar Hütten Küche Unterkunft in Logia

05.06.2008:

Früh morgens stehen wir auf, und nach einem Fotorundgang durch Logia  brechen wir in die Danakil auf.  Heute haben wir ca 200 km bis Afdera vor uns  und nach ca. 30 km  ordentlicher Straße verlassen wir die Hauptstraße auf eine staubige Schotterpiste.  Unzählige Stunden Holperfahrt  führen uns dann bis zum Sonnenuntergang nach Afdera, einem mahr als 100 Meter unter dem Meeresspiegel liegenden Afar Ort in der Danakil der  im Vergleich zu 2002 enorm gewachsen ist. Leider nur quantitativ, die windschiefen, aus krummen Stämmen, Ästen und allerlei Abfall zusammengezimmerten Hütten kommen mir unverändert vor.  Der Ort lebt vom Salzabbau durch Verdunstung von stark salzhaltigem aus dem  Boden  hoch drückenden Quellwasser.  Unzählige Salzsolebecken  finden sich zwischen dem Ort und  dem Ufer des Salzsees Lake Afdera. 

in Logia

Dorfschönheit

 Logias Hauptstraße

Stacheldrahtersatz auf Mauer

 

Blick auf Lake Afdera von Süden

Wir zelten zusammen mit 2 anderen Gruppen  an einem einfachen Zeltplatz direkt am See. Dank einiger Quellen  können wir uns noch einmal gründlich baden und waschen.

Afars mit Kamelen

 Afar Siedlung am Rande der Danakil

Lavafelder in der Danakil

einer der vielen Lavahügel

letzter Tankstop vor der Danakil

 Abzweig  in die Danakil

Afdera

Afdera

Polizeigeb. in Afdera wo wir 2002 festgehalten wurden

Abendessen

-109 Meter unter NN

Zeltplatz am Salzsee

     

06.02.2008:

 Heute  wollen wir den Erta Ale erreichen. Unser Führer macht etwas Druck dass wir früh losfahren weil  wir in Dodom  Kamele für den Wassertransport zum Erta Ale benötigen und er wegen 2 anderer Gruppen ein wenig besorgt ist. Leider haben wir gestern  die Weiterfahrtgenehmigung in Afdera nicht mehr erhalten weil wir zu spät ankamen.  Weil Henok aber den  lokalen Polizeichef kennt  wird uns zugesagt dass wir als erste das Genehmigungsformular erhalten. Früh morgens verschwinden die Fahrer schon ins Dorf und kommen mit Brot und der Genehmigung wieder. Nach dem Frühstück brechen wir auf in das Nichts aus Salz, Sand und  Lava der Danakil Depression.  Zuvor nehmen wir noch unseren persönlichen Schutzmann auf, den jede Gruppe benötigt. Wenn auch sachlich nicht zwingend notwendig, haben die örtlichen Behörden diese Regelung festgelegt.  Es  riecht ein wenig nach Arbeitsbeschaffungsmaßnahme..... bei 150 Birr Lohn pro Tag für den Polizisten plus obligatorischem Trinkkeld sicher eine sehr rentable ABM ( Durchschnittseinkommen in Äthiopien etwa 1000 Birr im Jahr, Monatseinkommen eines Polizisten etwa 1000 Birr im Monat, 1 EUR= 13,5 Birr)

 

 

Dalzsolebecken bei Afdera

 

 Wassertransport in der Danakil erste Zeichen der Globalisierung 68er Hippie????

Ein Sandsturm  verlangsamt unsere Fahrt deutlich weil die Fahrer so gut wie nichts mehr sehen  und Orientierungsprobleme bekommen. Sie meistern aber auch diese Herausforderung sehr gut und gegen Mittag sind wir in Dodom, einer Ansammlung von wenigen Hütten  mitten im NICHTS.  Henok organisiert die Kamele und  wir essen die von den Köchen schon in Afdera vorbereitete und wie immer sehr leckere Pasta. Dann gehts weiter. Etwa 30 km fahen wir zuerst durch Sandwüste, dann durch steinige Wege  in Richtung Erta Ale.  Um 14 Uhr erreichen wir dann das Ende des Weges. Hier erwarten wir dann die Kamele für unser Gepäck.

  Seinbauten in der Danakil

Lavahügel in der Danakil

 Fahrt  zum Erta Ale

aufkommender Sandsturm

im Sandsturm

 endlich sehen wir den Erta Ale am Horizont

 Mit Wasser, dem Nötigsten Tagesgepäck und unserer Fotoausrüstung im  Rucksack laufen wir dann gegen 17 Uhr los.  Die  etwa 12 km  Fußmarsch mit nur 500m Höhenunterschied  schaffen wir dann im kühleren Abend ( ca 30 Grad) in etwa 3,5 Std und gegen halb Neun erreichen wir den äußeren Kraterrand des Erta Ale. Als erster Eindruck erwartet uns ein großes, dunkelorange  leuchtendes Loch  im Flachen Krater des Erta Ale.

Schnellstmöglich wollen wir natürlich runter zum  aktiven Südkrater.  Der rotglühende , etwa 80 Meter tief  im Südkrater eingebettete und ca 100 Meter (Durchmesser) große Lavasee begeistert alle. Etwas weniger begeistert sind wir von der starken Entgasung des Lavasees. Stechende und beißende SO2-Dämpfe steigen aus dem Krater und wehen ausgerechnet in Richtung der besten Beobachtungsstelle.Gegen 23 Uhr treffen dann die Kamele mit Wasser und Hauptgepäck ein. Leider haben sie die Zelte  nicht mitgenommen und so werden wir die nächsten 3 Nächte unter freiem Himmel schlafen.  Bei Nachttemperaturen um etwa 20 Grad ist das auch kein großes Problem, Der Starke Wind ist allerdings etwas lästig.  Nachdem ich in der ersten Nacht etwas friere suche ich mir am zweiten Tag eine windgeschützte Stelle in einem eingebrochenen Lavatunnel und das Problem ist behoben.

07.02.2008:

 Etwas eine Stunde vor Sonnenaufgang stehen wir auf um die  blaue Stunde  für Film- und Fotoaufnahmen zu nutzen.

Den Tag verbringen wir überwiegend mit Beobachtung und Flimen/Fotografieren des Lavasees. Leider ist die Tätigkeit heute nur sehr gering und  erst am Abend erleben wir einige interessante Fonatainen im See. Überwiegend liegt der See  ruhig und  stark oberflächlich erkaltet  unter uns.  Die Gasentwicklung  des Sees reizt unsere Atemorgane  ziemlich.

In der Nacht gehe ich dann mit Martin zusammen zum Nordkrater hoch. Mit unserer stark lichtempfindlichen Kamera können wir ein leichtes Glühen im Nordkrater erkennen. Wir nehmen uns vor, uns am nächsten Tag die Sache genauer anzusehen.

Eine weitere Gruppe mit Franzosen und Japaner kommt vorbei, hält sich aber nicht sehr lange am Kraterrand auf.

08.02.2008:

 Auch heute steht wieder das gleiche Programm  an. Allerdings beeindruckt der See uns heute mit spektakulären Überläufen, Niveauveränderungen und großartigen Lavafonatinen.  Vor lauter Aktivität haben wir kaum Zeit zum Essen  und verweilen die meiste Zeit an unserer Beobachtungsstelle. Nachmittags steige ich dann zusammen mit Martin und Thorsten in den Nordkrater hinab, dessen Aktivität sich  vom Lavasee des Südkraters deutlich unterscheidet.  Starke Fumarole Tätigkeit mit  hocher Gas- und Wasserdampfentwicklung erwarten uns ebenso wie einige Hornitos, die von höherer Aktivität  vor nicht allzu langer Zeit zeugen. Im Inneren eines Hornitos sehen wir noch deutliche Rotglut. Die Szenerie erinnert uns an den Ol Donyo Lengai in Tansania  mit seinen bis 2007 typischen Hornitos.

Südkrater, im Hintergrund der dampfende Nordkrater

 

im Nordkrater

 

    

09.02.2008:

Wie üblich stehen wir  um ca 5:30 Uhr auf und beobachten ein letztes Mal den aktiven Kratersee. Ich verfolge den Sonnenaufgang diesmal vom äußeren Kraterrand  und erlebe den  schwach orange-rot  erscheinenden Krater im roten Morgenlicht.

Um 8 Uhr  verlassen wir dann den Erta Ale und  etwa 2 Stunden später erwartet uns am  Luftlinie 8,5 km entfernten (Fußweg ca 12 km) Fuße des Berges unser Auto  sowie unser Koch , der bereits Pfannkuchen für uns zauberte.

Blick vom Erta Ale nach Südwesten

Camp am Kraterrand

am Fuße des Erta Ale warten die Jeeps

 im Ausbildungscamp mit den neuen Al-Kaida Freunden (mal was für die CIA und BND Suchmaschiene!!!)

Unsere Kamele ziehen nach Dodom zurück

wir fahren  weiter nach Ahamed Ale am Dallol

Dann Um 11 Uhr brechen wir dann auf. Etwa 100 km (Luftlinie  ca 70 km) Fahrt zum Salzabbaudorf Ahamed Ale (auch Ahamed Ela genannt)  stehen heut vor uns. Bei heute über 40 grad Celcius  schaffen wir in etwa 6 Stunden diese Strecken durch  die 100- 130 m unter Meeresspiegel liegende Danakil. Vorbei an  großen Lavafeldern , einzelnen Vulkankegeln, einigen Siedlungen sowie  unzähligen Kamelen  fahren wir  durch die überwiegend sehr trockene, manchmal aber auch überraschend mit Dornbüschen und knorrigen Affenbrotbäumen bewachsene Wüste. Zweimal versenkt unser Fahrer das Auto im Sand aber mit  Hilfe aller kommen wir glücklicherweise jedes mal wieder frei. Gegen Abend kommen wir dann in Ahamed Ale an, beziehen unsere stickig warme Hütte und   beobachten das treiben der durch den Ort ziehenden  Kamelkarawanen, die das am Karoum Salzsee abgebaute Salz bis ins etwa 100 km entfernte  Bere Ale   transportieren von wo aus  es dann auf LKW nach Mekele transportiert wird.

Hier einige Impressionen der Fahrt vom Erta Ale zu Ahamed Ale

seltenes Wasser in der Danakil

im Hintergrund  erkennt man eine Fatamorgana

dieser Kegel (Catherine) hat einen See im Krater (siehe Äthiopien 2002 mit Luftbild)

Auto eingegraben

neugierige (und geldgierige) Blicke der Afars

Der el FH ist ausgefallen

10.202.2008:

Zum Sonnenaufgang stehen wir auf und beobachten die Ansammlung von  über 1000 Kamelen die sich  im ausgetrockneten Flussbett  sammeln und mit Sonnenaufgang gen Salzsee marschieren.   Nach dem Frühstück gehts dann  zum Dallol, einem   ruhigen Vulkanstumpf mit fantastisch farbenfrohen Salzablagerungen und  schönen Wasserspielen. Vom Untergrund drückendes Wasser  erzeugt  dank hoher Mineralanteile  weiße, gelbe  und rotbraune  Salzablagerungen mit filigranen Strukturen.  Die Salzablagerungen ebenso wie die  von der Natur schon ziemlich  eingenommenen, verfallenen Überreste englischer, russischer und amerikanischer Autos und Maschinen des ehemaligen Erzabbaugebiets sowie die gigantisch monumental wirkenden bis zu 50 Meter hohen Salzberge mit schroffen Schluchten  erzeugen eine einzigartige Szenerie.

 

In Ahamed Ale

 leider gab's nur warme Cola

 

Kaffezubereitung               "give me money"

hunderte von Kamelen sammeln sich zum Abmarsch

Ziegenfüße liegen überall verstreut im Dorf herum

Nach Mittagessen (Pasta, wie meist aber sehr lecker  zubereitet von unserem Koch) im Schatten enes ca 30 Meter hohen Salzfelsens  gehen wir  von Nordosten durch die faszinierende Schluchtenlandschaft nochmals über die verfallene Mineralabbaustadt zu den Wasserspielen und mit Sonnenuntergang kommen wir dann wider nach Ahamed Ale zurück. Wegen der Hitze ( ca 28 Grad  nachts) zeihe ich es vor, im Freien zu schlafen.   Heute  schafft es der Koch zum ersten Mal  etwas  nicht ganz so schmackhaftes zu kredenzen.....Ziegenknochen mit  Fleischreisten und allerlei Knochensplitter.....  Wenigstens die Suppe mit Brot war gut und so werden wir mit Suppe, Brot und Salat auch satt.

Dallol

 

 

Ruinen und Industrieschrott der ehemaligen  Erzabbaustätte sowie der nördliche Salzcanyon

        

 

 

 

Menschen in Ahamed Ale

11.02.2008:

Heute  besuchen wir den Salzabbau am Karoum Salzsee. Hunderte von Arbeiter brechen, spalten, formen  das Salz aus dem Boden heraus. Dann wird es auf Kamele verpackt und und ins ca 100km entfernte Bere Ale transportiert.  Ein faszinierendes Schauspiel  ist das Getümmel aus  schäumenden Kamelen, fleißigen Salzarbeiter und wichtig  herumstehenden Aufpassern die keinen Finger rühren.

 Salzabbau am Karoum Salzsee

 

 

 

Danach fahren wir zu  einer interessanten  Wasserstelle inmitten des  trockenen Salzsees mit prächtigen  rotbraunen Farben, Mini-Geysieren, Salz-Stalagtitten und zentimetergroßen, kubischen Salzkristallwürfeln. Begeleitet wird die Szenerie von einem seltsam organisch riechenden  Duft  der gelbbraunen Tümpel. Ich nehme ein paar Salzkristalle als Andenken mit nach Hause.

 

  Ein weiterer Stop an einem aus Entfernung unbedingt nach Lava aussehenden , aber bei genauem Hinsehen aus schwarzem Salz bestehenden ca  20 Meter hohen und 200 Meter langen Hügel rundet das Programm ab. In der Entfernung sehen wir die Überreste eines im Salzsee stecken gebliebenen Jeeps.

Mitttags sind wir dann wieder in Ahamaed Ale und während  Martin und Richard nochmals zum Dallol fahren bleibt der Rest der Gruppe im Dorf. Wir   erkunden das Dorf mit seinen spannenden Menschen bei der Arbeit.  Da es  dort aber nicht  allzu viel zum Arbeiten gibt hängen die meisten Menschen jedoch nur im Schatten Ihrer Hütten rum. Teilweise wird uns sehr freundlich begegnet, teilweise erlebt man aber auch die traditionelle Reserviertheit der Afars gegenüber  Fremden noch sehr deutlich.

12.02.2008:

 Gegen 8 Uhr verlassen wir dann Ahamed Ale ud damit auch die Danakil. Der Weg führt uns nun über Bere Ale   ins Hochland bis zum 2300 Meter hoch gelegenen und abends entsprechend kühlen Mekele.  Wir passieren einige Kamelkaraweannen auf unserem etwa 100 km langen Weg  auf überwiegend geschotterten Wegen. Lediglich die letzten 20 km  können wir dann auf der gut ausgebauten Straße von Eritrea  über Mekele bis Addis zügig vorankommen. Der Weg führt uns überwiegend durch karge, felsige Landschaften, lediglich in Höhen über 1500Meter ü.NN wird  in gewissem Maße Ackerbau betrieben.

             

                                      Übergang von der Danakil ins Hochland                                                                    auf Straße von Ahamed Ale nach Bere Ale

            

                       "Touristenhotel" in Bere Ale                                                                                        in Bere Ale

Wir übernachten erstmals nach etwa 1 Woche ohne  Dusche in einem  ordentlichen Hotel und  können uns wieder grundreinigen. (Leider  nur mit lauwarmem Wasser weil unser Boiler nicht richtig funktioniert).

 

Wir beschließen, beim weiteren Rückweg nach Addis einen  Umweg über Lalibela zu fahren um dort die weltberühmten Felsenkirchen anzusehen. Auf der Karte sieht diese Umweg nur sehr   gering aus......

           

 

13.02.2008:

Um 8 Uhr fahren wir  los. Auf der gut ausgebauten Straße  nach Süden   kommen wir zügig vorab bis zur Ortschaft Korem , wo wir  unser Mittagessen in einem einfachen Restaurant erhalten.  Ich esse gegrilltes Lamm und frage extra ob es ohne Knochen ist... Ja heißt es.... leider mehr Fett und Knochen als Fleisch. Dann  verlassen wir die Hauptsraße und  die 160 km Pista nach Lalibela kosen uns ca 7 Stunden Fahrtzeit.  Mehr oder weniger gut geglättete Schotterwege führen uns immer wieder bergauf bis 3000 Meter und anschließend in Täler mit lediglich 1000-1500 Meter ü.NN.  Dafür erleben wir äthiopisches Hochland mit kargen Feldern, schroffen Bergen bis 4200 M.ü.NN kleinen landwirtschaftlich geprägten Dörfen und  unzähligen bettelenden Menschen. 

      

"Give me money" oder "Give me pen" können wir am Ende des Tages  kaum mehr hören. Ebenfalls lästig ist der Volkssport viele Kinder, Autos mit Steinen zu bewerfen. Ein paar Beulen  bleiben am Auto als Souvenir dieser Fahrt erhalten.

           

Am späten Abend erreichen wir dann Lalibela und beziehen  Unterkunft im  etwas in die Jahre gekommene LAI-Hotel. Kleine Zimmer,   schlechte Wasserversorgung  im Bad und viele Mücken nerven ein wenig.

14.02.2008:

Wir bekommen unseren Führer zugeteilt und besuchen die  im 12/13 Jahrhundert erbauten Felsenkirchen von Lalibela. Die unmögliche Überdachung der meisten Kirchen mit monumentalen Stahlgestellen und weißen Dächern nimmt allerdings  sehr viel der ursprünglichen Atmosphäre diese an sich beeindruckenden Bauwerke  vergangener Zeit. Lediglich die  noch unüberdachte  Beta Gyorgis Kirche hat  sich den ursprünglichen Charme dieser  besonderen Bauwerke bewahrt. Nachmittags besuchen wir dann noch eine außerhalb von Lalibela gelegene unter einen Felsvorsprung gebaute Kirche  und erleben einen orthodoxen Priester  mit seinen Reliquien.

Zum Abendessen gehen wir ins nahe gelegene Roha Hotel.  Trotz gutem Essen  wird der Gesamteindruck des Restaurants  durch die Verscuher der Bedienungen , falsch abzurechnen deutlich getrübt.

 

      

15.2.2008

Fahrttag  von Lalibela durch das  Hochland bis Kombolcha nahe Dessie. Frühstück um halb 7, dann fahren wir zügig los, da 330 km vor uns liegen. Wieder durchqueren wir karges Hochland auf Hochebenen bis 3300 Meter ü. NN  und tiefe Täler in einer beeindruckenden aber sehr trocken Landschaft. In  Tälern unterhalb 1500 Meter Höhe  sehen wir sogar Bananenanpflanzungen. Von Lalibela bis Weldiya fahen wir auf  Schotterpisten unterschiedlicher Qualität. 2 Reifenwechsel wegen platten Reifen sorgen für Abwechslung. 

Nach dem Mittagessen in Weldiya  fahren wir dann auf der Hauptstraße  A1 die von Eritrea  bis Addis  Abeba führt. Leider werden unsere Hoffnungen auf schnelleres Vorankommen jäh enttäuscht.  Die Straße ist  eine fast zusammenhängende Baustelle und wir erreichen  nur eine Durchschnittsgeschwindigkeit von unter 30 km/h. Gegen 18 Uhr kommen wir dann in unserer Unterkunft  in  Kombolcha an.  Die Zimmer reichen von "groß und gut" bis "klein und schlecht". Wir haben leider die kleine und schlechte Variante erhalten aber wenigstens ist das Wasser warm und es gibt keine Fliegen im Zimmer. Nach einem  ordentlichen italienisch geprägten  4-Gänge-Abendessen   gehen wir zeitig ins Bett, denn am nächsten Tag müssen wir nochmals 330 km fahren und  der Straßenzustand heute lässt für die restlichen 350 km bis Addis morgen Schlimmes befürchten.

 

   

          

16.02.2008:

 Abfahrt um 7 Uhr. Zuerst gehts wieder sehr langsam durch  die baustellenübersähte Straße gen Addis, nach etwa50 km  nehmen dann aber die Baustellen ein Ende und wir ommen zügiger voran. Gegen 12 Uhr  dann Mittagessen in Debre  Berhan, einer Hochlandstadt etwa  100 km vor Addis.  Nach weiteren 2,5 Std Fahrt erreichen wir dann am späten Nachmittag Addis Abbeba.   Dort werden wir im Hotel Ghion , einem der besseren Hotels der Stadt, abgesetzt, sortieren all unsere Sachen und  essen die Gemeinschaftskasse leer.

 

Um 7 kommt dann Henok und bringt uns zum Flughafen von wo aus ich um 22:40 mit Lufthansa über  Khartoum zurückfliege. Die Anderen fliegen  eine Stunde später direkt mit der KLM zurück.

Eine spannende , ereignisreiche aber auch anstrengende Reise geht zu Ende. Wir sind alle froh, dass wir diese Reise  so gemacht haben und  faszinierende Eindrücke mitgenommen haben. Allerdings sind wir auch froh, dass wir  dass wir bald wieder in Deutschland sind und dann die Aufgabe haben die vielen Stunden aufgenommene Filme und die unzähligen aufgenommenen Bilder  bearbeiten zu dürfen (müssen???).  Die  größte Arbeit liegt also noch vor uns......

 

Ein großes Dankeschön an Martin, der die Reise organisierte  sowie unserem Führer  Henock und seinem Team von "Origins ethiopia Tours and Travel"   die unsere Tour lokal organisierten und  uns eine rundum gelungene Veranstaltung boten.

    

Weitere Informationen  und Bilder zu dieser Reise findet Ihr auch bei:

www.tboeckel.de

sowie

www.photovolcanica.com